Oh Tannenbaum – Das jährliche „Bäume-Schlachten“

Der Förster und Autor Peter Wohlleben vergleicht das Abholzen von Bäumen gern mit dem „Schlachten“ von Schweinen, um darauf aufmerksam zu machen, dass Bäume auch Lebewesen sind. Jedes Jahr sterben 30 Millionen Tannenbäume, um eine althergebrachte Tradition an den Weihnachtstagen aufleben zu lassen.

Ein Plastikbaum kommt für viele Deutsche nicht infrage, obwohl dieser keine Nadeln abwirft und kein Baumleben beendet. Aus Naturschutz-Sicht ist die Tradition des Tannenbaums zu Weihnachten eine Katastrophe.

Peter Wohlleben schrieb einmal für die Zeitschrift GEO: „Wer weiß, dass auch Fichten und Tannen kommunizieren, sich um ihren Nachwuchs kümmern und möglicherweise Schmerz empfinden, der kann doch nicht für ein kurzes Vergnügen extra einen Baum fällen lassen, oder?“

Nichtsdestotrotz entschied sich der Förster Peter Wohlleben bislang Jahr für Jahr für einen echten Weihnachtsbaum. Seine Begründung: In der Regel wachsen die Tannenbäume auf Plantagen bzw. Ackerflächen und wären daher „eine Art Gemüse“, das man ohne Gewissensbisse ernten könne. Kritisch sieht er hingegen, dass Tannen und Fichten oft mit Unkrautvernichtungsmittel und teils Insektiziden gespritzt werden, welche später im Wohnzimmer in die Atemluft gelangen könnten.

Die Frage, ob es zu Weihnachten eine echte Tanne oder ein Plastikbaum werden soll, stellt sich der Autor von „Das geheime Leben der Bäume“ auf jeden Fall jährlich aufs Neue.

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