Kinderbuch in MV wirbt für Vielfalt und Nachhaltigkeit

Ein neues Kinderbuch wirbt in MV für Vielfalt und Nachhaltigkeit. Screenshot/Foto: Tutmonde e.V. / Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern
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Schwerin. Ein neues Kinderbuch der Landesregierung in MV könnte zu Diskussionen führen. Mit dem „SDGs Abenteuerbuch“ will das Land Mecklenburg-Vorpommern bei Mädchen und Jungen in Kindertageseinrichtungen „für eine kulturelle und sprachliche Vielfalt“ werben. Das Bildungsministerium hat Exemplare an über eintausend Kindertageseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern versandt.

Die illustrierten Geschichten in dem Sammelband beschäftigen sich mit den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030. Sie sollen weltweit zu besseren Lebensverhältnissen und nachhaltigem Handeln führen und „ein Grundverständnis für eine vielfältige Gesellschaft wecken und fördern“, so das Bildungsministerium.

Kopftuchträgerinnen als Ärztinnen

„Ob ein Handicap vorliegt oder nicht, die Körperfarbe heller oder dunkler ist, ein Kopftuch getragen wird oder die Sprachen durcheinander tanzen. Ein jeder von uns ist willkommen und gehört ganz selbstverständlich dazu“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

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„Wir möchten mit dem SDGs Abenteuerbuch die Lust auf Nachhaltigkeit und Diversität in den Kitas und Horten wecken, genauso wie gegen Rassismus Haltung zeigen“, sagte die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Jana Michael.

Die Geschichten wurden von Jugendlichen mit Migrations- und Fluchterfahrung im Rahmen eines Projektes von Tutmonde e. V. geschrieben. In den Buch-Illustrationen werden beispielsweise Kopftuchträgerinnen als Ärztinnen abgebildet und Kinder mit Handicap nehmen aktiv am Leben teil. 

AfD unterstellt Autoren Intoleranz

Die CDU-Landtagsfraktion sieht die Zielrichtung des Buches als sinnvoll an. „Kindern ein respektvolles Miteinander zu vermitteln, ist ganz sicher richtig. Ob dies mit dem vorliegenden Buch gelingt, vermag die CDU-Fraktion nicht zu bewerten. Wir werden das Gespräch mit den Fachleuten an den Kindertagesstätten suchen, um in Erfahrung zu bringen, ob das Werk für die tägliche Arbeit nützlich ist, ob es keinen Nutzen stiftet oder ob es sogar schadet“, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage.

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Enrico Schult, der bildungspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, unterstellt den Autoren des Vereins dagegen, intolerant zu sein: „Wenn namentlich der für das Kita-Buch federführende Verein Tutmonde e. V. in seiner Webpräsenz die AfD als ‚frauenverachtend, rassistisch und antisemitisch‘ verunglimpft und ihr unterstellt, sie trage mit perfider Absicht Zwist in die Gesellschaft, ist dies genau das Gegenteil von Toleranz.“

Die Autoren des Kinderbuches seien daher „gänzlich ungeeignet, im Sinne von Toleranz und Vielfalt zu wirken“. Kritik übt Schult auch an den gendergerechten Formulierungen im Buch – diese hätten in Kinderbüchern nichts zu suchen. Begriffe wie Vielfalt, Weltoffenheit, Toleranz und Respekt seien zudem „politische Modebegriffe“.

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