Kühlungsborns Tourismus-Chef in der Kritik

Die Tourismusgesellschaft weist ein großes Defizit für das Jahr 2021 auf. Foto: Zoltán Szabó
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Kühlungsborn. Ein Fehlbetrag von rund 205.000 Euro hat Ulrich Langer, Tourismus-Chef im Ostseebad Kühlungsborn, scharfe Kritik eingebracht. Einerseits sei der Fehlbetrag zu spät, nämlich erst im Dezember 2022, gemeldet worden. Darüber hätte die Stadtvertretung bereits im Laufe des Jahres 2021 informiert werden müssen, als das Defizit entstanden sei, sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Lars Zacher, der OZ.

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Die Stadtvertreter in Kühlungsborn hatten Bürgermeister Rüdiger Kozian aufgefordert, Sanktionen gegen den Tourismus-Chef zu prüfen. Langer habe laut Kozian jedoch keine Sanktionen aus Sicht von Gesellschaftsrecht und Arbeitsrecht zu befürchten – er erhalte lediglich eine Ermahnung. Stadtvertreter Peter Menzel sah indes den Bürgermeister in der Pflicht und forderte in der OZ seinen Rücktritt.

Fehlende Einnahmen in der Pandemie

Die fehlenden Einnahmen der Tourismusgesellschaft (TFK) in Kühlungsborn seien laut einer Beschlussvorlage in den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 entstanden. In dieser Zeit habe die TFK den Vermietern den Eintrag im Gastgeberverzeichnis zum halben Preis ermöglicht. Das Defizit im Jahr 2020 sei durch Einsparungen ausgeglichen worden.

Im ersten Halbjahr 2021 seien die Einnahmen dann fast komplett weggebrochen. Besonders zu Buche geschlagen hätten Kosten zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen wie Tests, zusätzliches Sicherheitspersonal und Hygienemaßnahmen bei Veranstaltungen.

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In der Anlage zur Beschlussvorlage seien Defizite von rund 126.500 Euro bei der 3-Möwen-Halle und rund 95.800 Euro an Marketingkosten ausgewiesen worden.

Laut Jahresabschluss 2021 sank die Zahl der Gästeankünfte in Kühlungsborn von 444.927 im Jahr 2020 auf 397.551 Personen im Jahr 2021. Die Zahl der Übernachtungen ging zeitgleich von 2,122 Millionen um rund 3 Prozent auf 2,060 Millionen zurück.

Die Einnahmen aus Kurabgaben sanken in der Folge um 368.974 Euro und Einnahmen aus der Fremdenverkehrsabgabe um 49.860 Euro. Es stellt sich die Frage: Hat die Tourismusgesellschaft nicht rechtzeitig reagiert, um die Ausgaben im Jahr 2021 in den Griff zu bekommen?

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Trotz aller Kritik am Tourismus-Chef stimmte letztlich eine knappe Mehrheit der Stadtvertreter dafür, das Defizit der Tourismusgesellschaft auszugleichen. Die Einnahmen dafür stammen aus der Gewerbesteuer. Zuerst berichtete die OZ.

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