Bewohner dieses Wohnblocks in Kröpelin müssen für das WC bald vor die Tür

Bewohner dieses Wohnblocks müssen bald auf Sanitärwagen ausweichen. Foto: Zoltán Szabó
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Kröpelin. Dieser Beschluss hat in der Stadtvertretung für Diskussionen gesorgt. Die Stadt Kröpelin will die Wasser- und Abwasser-Leitungen und die Anschlüsse im Wohnblock der Straße des Friedens 33 bis 35 zeitnah sanieren lassen. Die Bewohner der 28 Wohnungen müssten dann für den Toilettengang auf einen Sanitärwagen ausweichen. Auch die Waschbecken sollen gleich erneuert werden.

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An der Sanierung führe kein Weg vorbei, sagte Bürgermeister Gutteck, um weitere Wasserschäden im Gebäude zu verhindern. „Natürlich finden die Sanierungsmaßnahmen Schritt für Schritt statt, also Strang für Strang und maximal zwei Wohnungen auf einmal, damit die Zahl der Betroffenen so gering wie möglich gehalten wird“, sagte Gutteck.

Doch der Plan stieß nicht bei allen Stadtvertretern auf Zustimmung. Ein Stadtvertreter verwies darauf, dort würden viele ältere Bewohner leben. Es sei eine Zumutung, wenn diese in der Nacht aus der Wohnung zu den Containern gehen müssten, um ihre Notdurft zu verrichten.

Bürgermeister Gutteck zeigte wie andere Stadtvertreter zwar Verständnis für die Bedenken, doch die Sanierung sei notwendig, um weitere Wasserschäden und damit verbundene Belastungen mit Trockenlegung und Sanierung für die Bewohner zu verhindern. Die Mieter seien im Vorfeld bereits über die Pläne informiert worden und sollen erneut informiert werden, sobald konkrete Termine feststehen.

Sanierung mit immensen Kosten verbunden

Stadtvertreter Dieter Sartorius (FWG) regte an, gleich die kompletten Badezimmer im Wohnblock sanieren zu lassen. Bürgermeister Gutteck und Mathias Hermann aus dem Bauamt entgegneten, die Sanierung eines Stranges sei mit immensen Kosten verbunden.

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Wenn das komplette Bad gemacht werde, müsse die Stadt mit Kosten von rund 350.000 Euro rechnen, so Hermann. Die Dauer, in der die Bewohner in diesem Fall die Container nutzen müssten, würde sich zudem verlängern. Eine ganze Wohnung komplett zu sanieren sei noch teurer: Die Stadt könne nur drei bis vier Wohnungen pro Jahr sanieren – mehr gehe nicht, so Hermann.

Mehrheit der Stadtvertreter stimmt für Sanierung

Das vorliegende Angebot für die Sanierung der drei Stränge, das Kosten in Höhe von 164.961,52 Euro brutto vorsieht, würde sich bei einer Verschiebung der Entscheidung zudem erledigen, so Gutteck. Es werde dann vermutlich teurer. Da im Haushalt 2023 für das Vorhaben bisher lediglich 135.000 Euro vorgesehen waren, müsse eine Erhöhung der finanziellen Mittel um 29.961,52 Euro beschlossen werden.

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Letztlich stimmte eine Mehrheit der Stadtvertreter bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen für die Beschlussvorlage. Die Sanierungsarbeiten für die insgesamt 28 Wohnungen in der Straße des Friedens 33 bis 35 sollen voraussichtlich in den Kalenderwochen 27 bis 39 erfolgen. Das Bauamt rechnet mit einer Bauzeit von vier bis fünf Wochen pro Hausaufgang bzw. Strang.

Die Sanitärfirma sei bestrebt, die Leitungsverbindungen am Abend wieder herzustellen, sodass die Toiletten und auch das Wasser verfügbar sind, sagte Bürgermeister Gutteck.

Dieser Artikel wurde am 22.06. um 11:00 Uhr aktualisiert.

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