Schluss mit Fleisch, Käse und Milch – Der vegane Selbsttest

Der vegane Selbsttest
Studien besagen, dass Fleisch und Milch uns krank machen. Foto: pixabay / RitaE

von Zoltán Szabó

Warum will man vegan leben? Bekommt man da überhaupt alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine? Diese Fragen höre ich als Veganer immer wieder. Es wird Zeit, mit den Mythen aufzuräumen.

Mittlerweile habe ich seit 15 Monaten Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte von meinem Speiseplan gestrichen. Ich habe das in erster Linie nicht getan, weil die Viehhaltung für mindestens 13 Prozent der Treibhausgase verantwortlich sein soll und ich das Klima retten will. Ich dachte in diesem Moment auch nicht an die unzähligen Leben vieler unschuldiger Rinder, Schweine und Hühner, die geschlachtet werden.

Der Grund, warum ich mich für die vegane Ernährung entschied, war ein anderer. Nachdem ich die Dokumentation „What The Health“ gesehen hatte, begann ich zu recherchieren. Ich wollte wissen, ob wissenschaftliche Studien bestätigten, dass tierische Nahrungsmittel uns auf Dauer krank machen. Die Studien waren eindeutig – Fleisch und Milchprodukte machen uns krank. Daran gibt es keinen Zweifel: Sie verursachen Krebs, Diabetes, Alzheimer, Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Übergewicht.

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Das war der Moment, in dem ich dachte, der Typ in dieser Dokumentation könnte Recht haben: Nachdem Patienten mit diversen Erkrankungen anfingen, sich rein pflanzlich zu ernähren, konnten sie teils oder vollständig auf viele Medikamente verzichten. Ihre Krankheitssymptome verbesserten sich signifikant. Klingt nach Zauberei, aber das ist vermutlich der positiven Wirkung der Pflanzen zu verdanken.

Wie ich mit der veganen Ernährung begann

Als Erstes mistete ich meinen Kühlschrank und das Gefrierfach aus. Wurst und Pizza landeten im Müll, weil ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, noch einen Tag länger Fleisch oder Milchprodukte zu essen.

Der Einkauf gestaltete sich zunächst schwierig. Ich musste mich extrem gut informieren, um möglichst alle Nährstoffe und Vitamine in ausreichender Menge mit der Nahrung zu mir zu nehmen. Im Internet fand ich diverse Nährstofftabellen, die mir dabei halfen, die richtigen Lebensmittel zu finden. Dann begann das Experiment, das mittlerweile 15 Monate andauert.

Ich aß viel mehr Gemüse und Obst als früher und vor allem Vollkorn-Brot, aber auch mal eine vegane Fertigpizza, vegane Wurst oder vegane Chicken McNuggets. Oftmals reichte es schon, das Fleisch oder den Käse bei den Gerichten wegzulassen, etwa bei Chili von Carne oder Eintopf. Man aß automatisch mehr Gemüse.

Schwierig gestaltet sich dagegen nach wie vor das Essen im Restaurant, da die meisten Restaurants offenbar schlicht und weg keine Ahnung haben, wie man vegan und gesund kocht.

Nahrungsergänzungsmittel sind notwendig

Veganer müssen Nahrungsergänzungsmittel nehmen, da Vitamin B12 nicht in Pflanzen vorkommt und die vegane Ernährung laut Medizinern zu wenig Jod bietet. Ich nahm also täglich eine 10 µg Tablette B12 und eine 100µg Jod-Tablette. Zu meinem Bedauern waren diese mit Lactose, Milchzucker, versetzt und damit nicht vegan, aber das konnte ich nicht ändern. Ich würzte meine Speisen jeweils mit Jod-Salz, um auf die geforderte Tagesmenge zu kommen. Einmal die Woche nahm ich Vitamin D-Tropfen.

Einige Leute fragten mich, ob Nahrungsergänzungsmittel nicht der Beweis seien, dass die vegane Ernährung ungesund ist. Nein, denn Jod und viele Vitamine werden Rindern und Schweinen auch nur über die Nahrung zugefüttert. Die Tiere bilden diese selbst nicht und nehmen sie sonst nicht über die Nahrung auf.

Nach rund einem halben Jahr entdeckte ich Algen-Chips als weitere Jodquelle für mich.

Der Moment der Wahrheit – die Blutuntersuchung

Wie aber wirkte sich die vegane Ernährung auf meine Gesundheit aus? Ich wollte es genauer wissen und ließ eine große Blutuntersuchung (Gesundheits-Check-Up) durchführen. Die Krankenkasse bezahlt diesen alle drei Jahre, wenn man mindestens 35 Jahre alt ist.

Ich hatte die Befürchtung, dass ich an Jod-Mangel leiden würde. Denn die Dosierung ist schwierig. Doch die Ergebnisse der Blutuntersuchung waren fast alle durchweg positiv. Lediglich der Wert für Folsäure musste verbessert werden – das hieß mehr Brokkoli, Blumenkohl und Linsen essen. Meine Ärztin empfahl nun, zwei B12-Tabletten zu nehmen. Ich hatte zudem einen Zuckerwert, der sich leicht über dem empfohlenen Normbereich bewegte. Mein Bauchfettwert lag ebenfalls minimal über dem Normbereich.

Meine Ärztin vermutete, dass ich zuckerhaltig gefrühstückt hatte. Das war möglich, aß ich doch gern mal einen Toast mit Konfitüre am Morgen, eine Banane oder einen Apfel. Es war zudem möglich, dass ich am Abend zuvor ein alkoholfreies Bier getrunken hatte. Das wirkte sich negativ auf den Blutzucker-Spiegel aus.

Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war, dass Zucker in fast jedem Lebensmittel steckt, selbst in Brot. Die WHO empfiehlt höchstens 25 g Zucker am Tag zu sich zu nehmen. Diesen Wert überschritt ich bei Weitem und entschied, künftig soweit wie möglich auf Zucker zu verzichten.

Nachtrag vom 24. Oktober

Mittlerweile bin ich bei der Nahrungsergänzung zum Multinährstoff des Herstellers Vivo Life gewechselt. Dieser vereint nahezu alle relevanten Vitalstoffe in einer Kapsel und soll komplett vegan sein. Ich bin gespannt, wie die nächste Blutuntersuchung in einem Jahr ausfällt. Der Vorteil ist, dass man unter anderem mit Jod, B12, Kalzium, Zink, Eisen, Riboflavin und Vitamin D versorgt wird. Die Dosierung scheint mir optimal zu sein.

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